Personal

Social Media vs. Real Life – Die Schattenseiten des Bloggerdaseins

von am 10/04/2018

„Du hast dich ganz schön verändert, finde ich. Du bist so oberflächlich geworden.“

Ihr glaubt gar nicht, wie hart mich diese Worte einer Freundin Anfang letzten Jahres getroffen haben. Und obwohl wir diesen „Streit“ schnell klären konnten, kriege ich sie nicht mehr aus meinem Kopf. Der Grund, wieso meine Freundin mir das gesagt hat? Wir hatten einige Wochen nur wenig Kontakt, haben uns beide etwas aus den Augen verloren. Lediglich über Instagram konnte sie meine Schritte verfolgen – die neue Designertasche, die ich mir gekauft hatte, meinen glamourösen Abend auf der Berlinale, dazwischen ein paar Selfies und Pakete, die ich von PR-Agenturen und Marken zugeschickt bekommen habe.

Viele perfekt inszenierte Fotos also, die einen ein sehr wichtiges Detail vergessen lassen: sie zeigen nicht mein komplettes Leben. Sie zeigen nicht den Schlabberlook, den ich zuhause trage, das Chaos, das in meiner Wohnung aufgrund der vielen Pakete und meiner Faulheit herrscht, den Döner nachts um halb Drei oder die Tränen, die ich manchmal wegen Kleinigkeiten vergieße.

Wir alle wissen mittlerweile, dass soziale Medien wie Instagram und Snapchat nur einen Bruchteil dessen zeigen, was wirklich in unserem Leben passiert. Beim Anblick all der perfekt inszenierten Fotos vergisst man dennoch schnell die Person, die eigentlich hinter all dem steht.

Diese Konfrontation war für mich übrigens nicht die Erste dieser Art. Ich blogge seit 2009, war damals noch in der Schule und jeder von uns weiß, was für (pardon) Arschlöcher Kinder und Teenager sein können.
So habe ich mir schon oft vorwerfen lassen müssen, eine Tussi zu sein. Habe anonyme Kommentare auf meinem Blog bekommen, oder noch schlimmer, als ich für kurze Zeit einen Youtube-Kanal hatte und dort lesen durfte, was „Freundinnen“ wirklich von mir denken. Das war auch einer der Gründe, wieso ich den Kanal damals habe sterben lassen: Ich habe mich regelrecht geschämt für das, was ich auf Youtube gezeigt habe, für meine Hobbies Beauty und Mode. Zu große Angst hatte ich damals vor Lästereien und davor, nicht akzeptiert zu werden. Also habe ich von Anfang an versucht, meinen Blog und mein Privatleben zu trennen und kaum jemandem davon erzählt.

Mittlerweile weiß jeder meiner Freunde, was ich tue – was ja irgendwie auch unvermeidbar ist, da man sich heute ja sofort auf sämtlichen Portalen vernetzt. Ich schäme mich schon lange nicht mehr für meinen Blog, dafür habe ich zu viel erreicht, auf das ich höllisch stolz sein kann. Trotzdem tut es weh, darauf reduziert zu werden, was ich online poste – und das auch noch auf eine negative Art und Weise und von Menschen, die einen eigentlich mögen.

Ich bin von Natur aus kein sehr extrovertierter Mensch, der Fremden gern viel von sich preisgibt. Keine besonders gute Qualität für einen Blogger vielleicht, aber mir geht es hier ja auch nicht darum, eine Reality TV Show um mich zu inszenieren, sondern darüber zu schreiben, was mich bewegt und was mir gefällt. Ihr wisst gar nicht, wie viel Mut es mich manchmal kostet, solche Zeilen zu schreiben und wie leicht einen der eine oder andere Hater-Kommentar verletzen kann. Selbst Schuld, klar – wer im „Rampenlicht“ steht, der wird automatisch von Kopf bis Fuß analysiert und bewertet.
Hier müssen wir uns selbst auch in unseren Gedanken stoppen: Nur weil Blogger XY die nächste Designertasche hat, ist sie nich unbedingt glücklich. Nur weil ihr Leben so easy und spaßig scheint, muss es das nicht sein. Und auch die Person, die online so selbstbewusst wirkt, hat Gefühle und wird vielleicht leichter verletzt als gedacht.

Habt ihr schon einmal ähnliche Erfahrungen in Social Media gemacht?

xoxo
Eva

Fotos: Odett Telke

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Personal

Macht uns ständige Selbstoptimierung kaputt?

von am 30/01/2018

„Wie man Karriere, Liebe und Sport stressfrei unter einen Hut bringt“
„Der 20 Minuten Guide für den perfekten Po“
„Besser aussehen mit der XYZ-Diät“

– besonders zum Jahresbeginn gibt es in jeder Zeitschrift und auf jeder Website Artikel dieser Art – Artikel, mit denen wir uns selbst optimieren sollen und mit denen wir schönere, schlankere und stärkere Frauen werden sollen, die scheinbar mühelos alle Aufgaben schaffen und dabei ständig neue Skills lernen. Selbstoptimierung ist seit Jahren ein Trend, den Marken und Medien nutzen und uns einreden, dass das, was wir sind, nicht gut genug ist und dringend Verbesserung bedarf. In jedem von uns muss scheinbar jemand Besseres stecken, den wir unbedingt nach draußen tragen müssen.

Kein Wunder also, dass schlanke Frauen sich dick fühlen oder der eine oder andere glaubt, faul zu sein, nur weil er nicht jeden Abend nach dem Job ins Fitnessstudio rennt. Nur Fitness ist viel zu langweilig, stattdessen muss es zusätzlich noch Joggen und ein Kickbox-Kurs sein; zwei Reisen im Jahr sind nicht genug und wenn, dürfen sie schon gar nicht nur an die Ostsee gehen, sondern am besten in den Irak oder die Arktis. Immer besser, immer extremer und Hauptsache nicht immer das Gleiche. Aber wieso eigentlich?

Ich liebe es, abends mal nach Hause zu kommen und nichts zu tun. Nur bei meinem Lieblingsitaliener zu bestellen und bei keinem anderen – und das Fitnessstudio auch mal sausen zu lassen, wenn ich keine Lust darauf habe. Immer wieder nach London zu reisen, weil es so nah ist und einfach eine meiner liebsten Städte. Unsere Gesellschaft und vor allem die Medien schreiben uns aber vor, sich stets verbessern zu müssen, versteckte Interessen und Talente zu entdecken, anders zu sein und alles zu tun, um bloß nicht stehen zu bleiben.
Auch in Sachen Blog merke ich diese Veränderung: Während es früher absolut okay war, Outfits vor dem eigenen Spiegel zu knipsen, sich Sachen von der Seele zu schreiben  und irgendwie eben ein normaler Mensch zu sein, muss heute jedes Foto quasi die Welt neu erfinden, jeder Artikel ein wahrer Erguss sein. Obwohl mir das auch Spaß macht und ich hier gerne kreativ bin, war es früher doch irgendwie einfacher, irgendwie normaler.

Mein Appell an mich selbst ist also: Nicht mehr so viel zweifeln und vor allem nicht so viel zu vergleichen. Es ist okay, wenn meine Freunde jeden Tag zum Sport gehen, in die entlegensten Länder reisen und sich ab sofort nach der Regenbogen-Diät ernähren. Das heißt nicht, dass mein Leben in irgendeiner Form langweilig oder eintönig ist. Mir gefällt mein Leben, ich möchte mich nicht ständig verändern – natürlich probiere ich gern etwas Neues aus, nur eben nicht, um darin direkt die Beste zu sein oder neue Extreme zu erreichen.
Ich muss nicht ständig an meine Grenzen gehen und entscheide selbst, was ich wann mache und was eben nicht. Vielleicht will ich ja trotzdem bald eine neue Karrierestufe erklimmen oder einen Knackpo haben – das alles geschieht aber zu seiner Zeit und vor allem nicht mit Druck von außen.

Wie seht ihr das – verbessert und verändert ihr euch gerne oder darf man auch mal stehenbleiben?

xoxo
Eva

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Personal

Meine Neujahrsvorsätze

von am 01/01/2018

Eigentlich bin ich kein großer Fan von Vorsätzen zum neuen Jahr. Wer etwas plant oder ändern möchte, kann das auch sofort tun. Aus irgendeinem Grund ist es bei diesem Jahreswechsel aber anders. Ich habe in letzter Zeit über einiges nachgedacht, vieles bewusster erlebt. Das hat in mir einige Fragen aufgeworfen und mich dazu gebracht, ein paar Vorsätze für 2018 zu formulieren.

Mehr Sport & bessere Ernährung
Ja, ich weiß – das steht wohl bei jedem auf der Liste und ist irgendwie auch ein absolutes No Go. Nach all der Weihnachtsschlemmerei und vor allem auch meinem USA-Urlaub muss es aber sein. Ich möchte danach eine Art „Detox“ machen – wie genau, weiß ich noch nicht. Außerdem melde ich mich in einem neuen Fitnessstudio an, das quasi direkt nebenan ist und bei dem mir keinerlei Ausreden mehr bleiben, nach der Arbeit doch nicht hinzugehen. Ich habe gerade auch richtig viel Lust auf gesunde Ernährung und Sport und glaube, es wird anhalten: Ich möchte nicht „5kg abnehmen“ oder „Nie wieder Carbs essen“, sondern einfach nur wieder gesünder leben.

Tiefer gehen
Ich bin jedes Mal fasziniert, wenn ich einen Menschen treffe, der bei einem bestimmten Thema mit jedem Detail vertraut ist. Sei es dabei die Geschichte Frankreichs, ein bestimmtes Musikgenre oder das Leben von Marilyn Monroe. Auch ich habe solche spezifischen Interessen und würde liebend gern mehr über das eine oder andere Gebiet wissen, irgendwie schiebt man das Lernen dann aber doch immer wieder vor sich her. Damit soll jetzt Schluss sein! Mal sehen, womit ich mich als Erstes beschäftige.

Mehr hinterfragen – und weniger
Es gibt Probleme, über die ich mir stundenlang den Kopf zerbrechen könnte. Meistens sind das Dinge, über die andere keinen zweiten Gedanken verschwenden. Andere Aktivitäten und Gedanken laufen bei mir ganz routiniert ab, ich hinterfrage sie nicht und habe mich zufrieden gegeben. 2018 möchte ich ein bisschen mehr darauf achten, was ich wirklich möchte – und mir weniger Sorgen über Kleinigkeiten machen und über Probleme, die eigentlich nur in meinem Kopf interessieren. Ein schöner Vorsatz, oder? Ich hoffe, er lässt sich umsetzen.

Noch mehr reisen
In Sachen Reise war 2017 schon ganz gut: Stockholm, Genf und das französische Umland, Paris, Israel, Jordanien und aktuell mein Roadtrip durch Kalifornien. All das macht mich so glücklich! Auf meiner Reise-To-Do-Liste stehen aber noch so viele weitere Ziele, die ich „abarbeiten“ möchte. Vielleicht geht es in diesem Jahr ja nach Marokko und Südafrika? An die Ostsee möchte ich auch unbedingt. Seid gespannt!

Habt ihr Vorsätze für das neue Jahr?

xoxo
Eva

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Personal

Wann sind wir so unfreundlich geworden?

von am 17/11/2017

Es gibt wohl kein Thema, über das ich mich in der letzten Zeit öfter aufgeregt habe, als dieses. Ein Thema, das mir jeden Tag begegnet und sich in meinem Leben irgendwie verfestigt und das ich absolut nicht verstehe. Wann ist eigentlich jeder so unfreundlich geworden? Erst dachte ich, es läge vielleicht an Berlin und dem rauen Umgang in der Stadt. Dann bin ich nach Israel gereist und habe gemerkt, dass es dort genauso ist! Nach einigen Gesprächen mit Freunden wurde klar, dass es nicht nur mir aufgefallen ist. Wann sind Höflichkeit und Freundlichkeit out geworden?

Ich laufe mit einer Freundin durch den Park, der Weg ist breit, wir laufen zu zweit in der Mitte. Links und rechts von uns genügend Platz. Ein Jogger kommt uns entgegen, brüllt auf einmal wutentbrannt los und schlägt mir mit seiner flachen Hand auf die Schulter. „Ihr lauft auf der falschen Seite!“. In diesem Moment ist die Zeit für mich kurz still gestanden. Ich war absolut baff. Ein Mann Mitte 50, der gut und gerne mein Vater hätte sein können, hätte mit viel Platz locker an uns vorbei joggen können, hat sich aber dazu entschlossen, eine fremde Frau zu schlagen(!), um ihr zu sagen, dass sie doch bitte etwas mehr rechts und weniger mittig laufen soll. Really?!

Zwei Tage später stehe ich an der Bahnstation. Die einfahrende Bahn ist leer, für jeden ist genug Platz. Die Frau, die mit mir einsteigt, entschließt sich aber dazu, mich lieber noch kurz nach hinten zu schubsen, um auch garantiert einen der über zehn freien Plätze für sich zu sichern. Ich bleibe kurz stehen, überlege etwas zu sagen – verstumme aber.

Ich könnte bestimmt fünf weitere solcher Geschichten erzählen. Geschichten, die mich anfangs sprachlos zurück ließen, obwohl ich in dem Moment, als sie passierten, vor Wut oder purer Fassungslosigkeit hätte schreien können. Und das nur in den letzten Monaten.
Wann ist das passiert? Und vor allem: Wieso?! Auch ich kenne das Gefühl, einen schlimmen Tag gehabt zu haben und am liebsten jeden in der Umgebung anschreien zu wollen und all meinen Frust rauszulassen. Der kleine Unterschied: Ich tue es nicht. Der einfache Grund dafür ist, dass vor allem fremde Menschen selten etwas für diesen Frust können und ich ihn deshalb auch nicht an ihnen auslassen darf. Generell habe ich sehr früh gelernt, wie schlimm und falsch es ist, seine Emotionen an anderen Menschen abzulassen. Das geht wohl nicht jedem so – oder was habe ich verpasst?
Die Unfreundlichkeit, die mir fast täglich begegnet, ist wirklich ein Phänomen, das ich einfach nicht begreifen kann und das für mich in den letzten Monaten deutlich zugenommen hat im Vergleich zu den Jahren zuvor. Woher kommt dieser Negativtrend, und wann hört er endlich auf?!

Geht es euch denn auch so oder bin ich (hoffentlich!) mit dieser Problematik alleine?

xoxo
Eva

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Personal

3 Tools, um organisierter zu werden

von am 17/10/2017

Ich weiß nicht, ob ich damit alleine bin, aber ich liebe es, Dinge zu organisieren, To Do Listen zu schreiben (und vor allem abzuhaken) und so ein bisschen Kontrolle über das zu haben, was in meinem Alltag vor sich geht. Was da leider etwas kontraproduktiv ist: Ich bin unglaublich vergesslich.

Seit ich meinen Job hier in Berlin begonnen habe, vergesse ich tagtäglich so vieles, das ich manchmal schon an mir selbst zweifle. Dagegen musste ich natürlich etwas tun und habe für mich drei Tools entdeckt, mit denen ich im Alltag organisierter bin und nicht wie ein Sieb wieder alles sofort vergesse.

Evernote

First of all: Alex, danke, dass du mir diese App vorgestellt hast. Es geht nicht mehr ohne! In Evernote habe ich mittlerweile dutzende Listen angelegt, mit denen ich meinen Alltag ordne. Das geht von „To Do: Blog“ über „USA: Reiseplanung“ bis hin zu meiner Lebensmittel-Einkaufsliste. Ich kann dort alles fein säuberlich eintragen, sammeln und am Ende abhaken. Evernote hat auch eine Erinnungsfunktion, damit ihr wichtige Aufgaben nicht vergesst – und eine Desktopversion, mit der ihr auch am Laptop an euren Listen arbeiten könnt. Die App ist dabei super übersichtlich und einfach so praktisch.

Preview

Okay, das mag jetzt nur für die „Profi“-Instagrammer unter euch gelten, aber seit ich Preview nutze, ist mein Bloggeralltag so viel leichter geworden – und mein Feed so viel schöner! Ich habe euch die App hier ausführlicher vorgestellt.
Meistens plane ich am Abend meine zwei Postings für den nächsten Tag, kann sie in der App mit Hashtags versehen und schon nach Instagram importieren, sodass ich das erste Bild am Morgen mit nur einem Klick hochladen kann.
In der App selbst kann ich darauf achten, dass mein Feed farblich passt, ich nicht 3x hintereinander Essen oder ein Selfie poste und kann geplante Posts wie ich möchte hin- und herschieben.

iPhone Kalender

Ich bin jemand, der alles auf einen Blick sehen muss, um das Gefühl zu haben, die Kontrolle über die Situation zu haben. Mit einem Arbeitskalender, Blog-Kalender, privaten Kalender und einem tatsächlich physischen Kalender, in den ich Sachen per Hand eintrage, klappt das nur schwer – und ja, ich habe all diese Dinge tatsächlich einmal parallel zueinander besessen.
Mittlerweile habe ich all diese Kalender auf meinem iPhone miteinander verbunden, die Daten von Blog und Job importiert. Jede Kategorie trägt eine andere Farbe, und weil ich ein Nerd bin gibt es auch innerhalb der Kategorien farbliche Unterscheidungen. Klingt nach einem kompletten Chaos, lässt mich aber auf dem Handy einen Überblick über all meine Aktivitäten haben – ihr glaubt gar nicht, wie befriedigend das ist.
Fun Fact: Ich trage trotzdem immer noch alles in einen kleinen Kalender ein, der auf meinem Schreibtisch liegt. Darauf kann ich irgendwie einfach nicht verzichten.

Was sind eure Tipps für ein bisschen mehr Organisation im Alltag?

xoxo
Eva

Foto: Odett & Erik Fotografie

 

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