Personal

5 Dinge, die ich in 2 Jahren Berlin gelernt habe

von am 15/09/2017

Fast auf den Tag genau lebe ich mittlerweile seit 2 Jahren hier in Berlin. Meine Zeit in der Hauptstadt ist rückblickend wie im Flug vergangen und ich könnte mir keine andere deutsche Stadt vorstellen, in der ich gerade lieber wohnen würde als hier. Klar, ich habe – besonders in letzter Zeit – auch mal weniger Lust auf all den Trubel, der hier tagtäglich herrscht, aber im Großen und Ganzen ist Berlin meine große Liebe.

Da ich die Stadt wie in einer guten Beziehung über die Jahre immer und besser kennenlerne – und es trotzdem noch so viel zu entdecken gibt! – schreibe ich euch heute 5 Dinge auf, die ich in meiner Zeit hier gelernt habe.

Berlin ist die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten
Heute sudanesisch essen, morgen zum Poetry Slam und danach auf die Rooftop Party, am Sonntag zu Marathon und Mauerpark oder wie am Wochenende zum Lollapalooza – du kannst hier alles erleben, was du dir vorstellen kannst. Langweilig werden kann einem in Berlin nun wirklich nicht, es gibt so viel zu entdecken und fast jeden Tag ein interessantes Event. Berlin bietet Spaß und Kultur mit jeder denkbaren Herkunft, unendlich viele Restaurants und Bars und auch für das Shoppingherz ist gesorgt, egal ob Luxusmarke oder Eco Fashion.

Freundschaften benötigen hier mehr Pflege
Aus den Augen, aus dem Sinn – das trifft auf Berlin wohl genauso zu wie auf viele Großstädte. Die Tatsache, dass man sich auf einem Event trifft und super gut versteht, bedeutet noch lange nicht, dass man sich irgendwann wieder sieht. Freundschaft heißt hier, mehr zu investieren und trotz verschiedener Freundeskreise, anderer Bezirke und Events noch irgendwie in Kontakt zu bleiben. Gefühlt lernt man hier jeden Tag neue Menschen kennen und es fällt schwer, dabei die zu finden, mit denen man eine langfristige Bindung eingehen möchte. Ich bin sehr froh, vor allem durch meine Jobs solche Freunde gefunden zu haben.

Berlin ist keine Stadt der Liebe
Ihr glaubt gar nicht, wie oft ich den Satz schon gehört habe – „In Berlin verliebt man sich nicht.“ Anfangs dachte ich noch, das wäre Geschwätz von frustrierten Singles, mittlerweile weiß ich (für mich): es ist die Wahrheit. Die Anzahl der Männer, die ich in den letzten zwei Jahren hier kennengelernt habe und die an einer ernsthaften Beziehung interessiert waren, kann ich an einer Hand abzählen. Vielleicht brauche ich nicht mal alle Finger. In Berlin herrscht das Gefühl der Freiheit vor, der vielen Möglichkeiten, der ewigen Jugend, niemand will sich hier langfristig binden – morgen könnte ja jemand Besseres um die Ecke kommen. Ich bin gespannt, ob das nicht vor allem auch an meiner Generation liegt und wie es sich mit den Jahren entwickeln wird.

Freundlichkeit? Nein danke.
Man hat mir schon oft gesagt, dass Menschen aus Bayern oder Franken besonders harsch und unfreundlich sein sollen – das ist oft aber gar kein Vergleich mit dem, was ich mir hier in Berlin schon anhören durfte. Wie oft ich hier angeschrien oder blöd von der Seite angemacht wurde, ist wirklich unglaublich. Vor kurzem hat mich im Park sogar ein Mann im Vorbeigehen auf die Schulter geschlagen(!), weil er fand, ich würde ihm den Weg blockieren. Wer in Berlin wohnt, braucht definitiv ein dickes Fell – das habe ich mir hier in zwei Jahren hier zwar wachsen lassen, aber bin manchmal immer noch schockiert über die Art mancher Einwohner.

Berlin ist die perfekte Stadt für Blogger
Für meinen Blog hätte ich nichts Besseres tun können, als nach Berlin zu ziehen. In der Mittagspause ein kurzer Stop bei einem Event, abends zum Pressedinner und auch am Wochenende ist die Anreise meist nicht weit. Hier kann man sich perfekt vernetzen, viele Marken und Agenturen haben ihren Sitz in Berlin und Fotospots, Cafés und Restaurants gibt es an jeder Ecke. Ich habe mich früher oft geärgert, weil ich nicht an kleineren Events teilnehmen konnte oder manche Veranstaltungen unter der Woche waren – jetzt habe ich meist das Glück, doch teilnehmen zu können oder mir nur mal einen halben Tag frei nehmen zu müssen.

Kleid: Zara
Top: Mango
Schuhe: Gabor
Schmuck: Inhale | Vintage | Stilnest

Wie sind eure Erfahrungen mit der Hauptstadt?

xoxo
Eva

Fotos: Odett Telke

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Personal

Scheinwelt Instagram

von am 13/09/2017

Das perfekt inszenierte Frühstück im Bett, der Kaffee balanciert nahezu mühelos auf den weißen Laken. Frisch aus dem Bett aufgestanden sitzen Haare und Make Up auf dem täglichen Selfie – halt nein, natürlich heißt es #nomakeup. Am fein säuberlich dekorierten Schreibtisch dann mit dem MacBook ein paar Mails checken, darauf folgen Yoga, ein leichter Lunch, 2-3 Events und am Abend ein Dinner mit den 10 engsten Freunden. Aber keine Pizza, sondern #lowcarb – oder eben doch Pizza, weil #sowhat.

Mittlerweile sollte uns allen bewusst sein, dass diese scheinbar perfekten Bilder alle inszeniert sind und nur einen Teil der ganzen Wahrheit zeigen. Jeder weiß, dass hinter solchen Fotos viel Arbeit steckt, der Alltag des Bloggers oder Influencers meist ganz anders aussieht und Instagram nur einen Bruchteil dessen zeigt, was wirklich im Leben passiert. Derart schöne Motive benötigen Arbeit, Willen, Können.

Was den meisten an der Scheinwelt Instagram aber nicht auffällt ist das, was im Hintergrund betrieben wird. Wie viel Arbeit nicht nur hinter den Bildern selbst, sondern vor allem auch hinter einer Millionenzahl von Followern stecken kann – und diesmal meine ich das nicht positiv.

Ich bin von Natur aus nicht der Typ, der anderen etwas missgönnt – nichts macht mich glücklicher, als zu sehen, wenn Menschen erfolgreich sind mit dem, was sie lieben. So habe ich auch begeistert einen Artikel gelesen über eine millionenschwere, internationale Influencerin – millionenschwer sowohl auf dem Konto als auch an ihrer Followerzahl. Sie wurde beschrieben als starke Businessfrau, die genau weiß, was sie will. Die Kooperationen ablehnt, weil sie ihr nicht zusagen, immer erfolgreicher wird und auf ihren Instinkt hört. Ihr Style dabei lässig, unbeschwert, sympathisch. Wow, dachte ich. Respekt für diese Leistung.

Fasziniert von ihrer Vita habe ich dann weiter recherchiert, wollte mehr über sie herausfinden – und das tat ich auch. Herausgefunden habe ich vor allem, wie sie zu ihrer Followerzahl kam.

In der heutigen Welt, in der jeder zweite Post auf Instagram gesponsert ist und mittlerweile alles als Werbung deklariert werden muss, ist es für Follower und Leser gut, auch etwas Einsicht in die Hintergründe zu haben, so beispielsweise auf Socialblade. Dort sieht jeder, wie die Followerzahlen eines Accounts steigen und sinken, wie viele neue Follower pro Tag dazu kommen und wie viele das Weite suchen. Etwas, das in diesem Fall aber viel spannender ist: Man sieht ebenfalls, wie vielen Accounts der User selbst folgt und entfolgt.

Bei dieser Influencerin waren es vor ein paar Monaten noch eine halbe Million Menschen, denen sie gefolgt ist. Heute sind es knapp 60.000 – 440.000 weniger. Und da ist auch schon einer der Gründe, wie sie innerhalb von kurzer Zeit selbst zu ihrer Fülle von Followern kam. Dieses Folgen und Entfolgen macht Leser neugierig. Jemand, der den Account noch nicht kennt und vielleicht selbst nicht viele Abonnenten hat, wird erst einmal stutzig, klickt auf ihr Profil und folgt bei Gefallen zurück. Andere kennen die Influencerin bereits und fühlen sich so geehrt über den Follow, sodass sie zurück folgen und liken.

An sich ist da ja auch nichts dabei, hier wird nichts Unrechtliches getan – außer eben reine Followerverarsche. So zu tun, als würde man einem Account folgen, nur damit dieser einem zurückfolgt. Sobald das geklappt hat, kann dann wieder entfolgt werden. Die Followerzahl steigt und steigt und nach außen fällt keinem auf, was da eigentlich passiert und woher all die neuen Abonnenten kommen – immerhin werden keine Follower gekauft oder Bots verwendet. Bravo.

Natürlich kann ich den Wunsch nach mehr Followern verstehen. Auch ich habe mich gefreut, als ich letzte Woche die 5.000er Marke auf Instagram geknackt habe – eine so kleine Zahl im Vergleich zu anderen. Ich habe aber einfach keine Lust auf diese Spielchen, dieses Folgen und Entfolgen, das ich selbst auch täglich bei meinem Account merke. Lade ich morgens ein Bild hoch, habe ich manchmal innerhalb von Minuten 50 neue Follower – im Laufe des Tages verschwindet dann aber über die Hälfte davon wieder. Da mache ich nicht mit.

Ich werde weiterhin folgen, wem ich möchte, werde nach Content und Sympathie entscheiden. Dabei ist mir egal, ob derjenige 100 oder 100.000 Follower hat oder ob er mir ebenfalls folgt. Klar, Instagram ist mittlerweile ein Business, viele verdienen damit Geld, ich eingeschlossen. Trotzdem sollte man auch hier immer ein Stückchen man selbst bleiben und sich überlegen, welche Methoden man vertreten kann und welche nicht.

Der oben genannten Bloggerin bin ich übrigens entfolgt. Obwohl ich ihren Content sehr gerne mag und sie sicher nicht die Einzige ist, die diese Methode betreibt. Dennoch ist sie die Erste, bei der mir das aktiv aufgefallen ist – und darauf habe ich keine Lust mehr.

Ist euch dieses Phänomen auch schon einmal aufgefallen?
Wie seht ihr die Sache?

xoxo
Eva

 

Bluse: Zara
Rock: Mango
Schuhe: H&M
Schmuck: Inhale | Vintage | Stilnest

Fotos: Odett Telke

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Beauty | Personal

Zahnspange mit 26?! | Meine Invisalign-Behandlung mit Smilike

von am 08/08/2017

Noch nie stand ich bezüglich einer Kooperation so sehr im Zwiespalt wie bei dieser. Noch nie war ich so hin und her gerissen zwischen einer so großen Chance und meiner Angst, öffentlich über ein Thema zu sprechen, öffentlich Schwächen, Makel und Fehler einzugestehen.

Klar, jeder hat Stellen an seinem Körper, die er nicht mag. Ein paar Kilos zu viel, unschöne Dellen, Haare wo sie nicht sein sollen. All das lässt sich jedoch irgendwie kaschieren. Etwas, das direkt im Gesicht sitzt und der Punkt ist, der dem Gegenüber meist zuerst ins Auge fällt, ist da schon schwerer zu verstecken.

Ich habe mich letzten Endes für das Projekt entschieden und für das öffentliche Erzählen einer Geschichte, die mich schon mein Leben lang beeinflusst: Meine Zähne und ich.

Wie wahrscheinlich die meisten Teenager trug auch ich früher Zahnspange – und nicht nur eine. Oben, unten, fest, locker und sogar eine, deren Schiene über meinen Gaumen verlief und dank der ich für immer ein kleines „Loch“ in meiner Zunge haben werde.
Zahnarztbesuche habe ich gehasst und gefürchtet. Mein Kieferorthopäde war von der Sorte „Zuerst das Geld, dann die Patienten“ und hat mir relativ früh einige Behandlungen verschrieben, bei denen mein heutiger Zahnarzt nur mit dem Kopf schütteln konnte.
Wirklich gerade sind meine Zähne dabei aber nie geworden – ich habe unten und oben einen ziemlichen Engstand, einige Zähne sind sehr schief und außerdem ist meine untere Zahnreihe kaum zu sehen, wenn ich mit der oberen draufbeiße. Zudem bin ich von Natur aus nicht mit einer sonderlich starken Zahnsubstanz gesegnet.

Die Folge: bis vor kurzem konnte ich die Fotos, auf denen ich mit offenem Mund lache, an einer Hand abzählen. Freunden ist das aufgefallen, Lästerschwestern an meiner Schule meinten, ich wäre doch „die, die nie wirklich lacht.“
Zu sehr habe ich mich geschämt für meine Zähne, die einfach nie so gerade und so strahlend waren wie die aller anderen.

Nun bin ich mittlerweile 26 Jahre alt, und während da eine feste Zahnspange (für mich) nicht mehr in Frage kommt, war ich trotzdem mehr als bereit, etwas an meinen Zähnen zu ändern. Ich wollte auf Fotos von Herzen lachen, mich nicht mehr für diesen Makel schämen müssen.
Schon oft hatte ich online über Invisalign gelesen und als SMILIKE dann im Rahmen der Eröffnung ihrer Praxis hier am Berliner Ku’Damm auf mich zukam mit der Frage, ob ich die Behandlung nicht testen möchte, wusste ich: es ist soweit.

Aber was ist Invisalign überhaupt?

Invisalign sind durchsichtige Zahnschienen, die wie eine feste Zahnspange funktionieren – nur eben quasi unsichtbar. Ihr könnt sie euch optisch ungefähr wie diese Knirscheschienen vorstellt, die manche nachts tragen.

Einem Beratungstermin habe ich also schnell zugesagt, darin wurden mir die Behandlungsmethode sowie auch die Philosophie hinter Smilke näher vorgestellt. Nach dem Vermessen meiner Zähne mittels 3D-Scanner bei einem weiteren Termin und intensiven Gesprächen im SMILIKE Studio, bei denen genauestens Ängst, Wünsche und Ziele besprochen werden, kam für mich dann schon der erste Wow-Moment: eine Zeitraffer-Grafik meiner Zähne, vom Jetzt-Zustand bis zum Wunschziel. Als ich da gesehen habe, wie gerade und schön meine Zähne sein werden und wie SMILIKE nicht nur die Zähne, sondern das ganze Gebiss verändert – da war ich wirklich erst mal baff.

Nach wenigen Wochen Warten hielt ich sie dann in der Hand: Meine ersten Invisalign Schienen, die ich ab da zwei Wochen tragen musste, bis die nächsten an der Reihe waren. Alle zwei Wochen werden die Schienen nämlich ausgetauscht, um die Zähne so konstant zu formen.

Bei mir wird die komplette Behandlung übrigens circa 1,5 Jahre dauern, in denen ich die Schienen 22 Stunden am Tag tragen werde und alle 14 Tage neue Aligner bekomme.

Die ersten Wochen mit SMILIKE

Ich habe meine Schienen in der Mittagspause bei SMILIKE abgeholt und dort das erste Mal eingesetzt. Der erste Eindruck: die Schienen sind tatsächlich fast unsichtbar, nur beim nahen Hinsehen erkennt man einen durchsichtigen Schimmer. Zurück im Office habe ich die Schienen zum Lunch das erste Mal rausgenommen – Einsetzen und Rausnehmen klappt super easy – und war direkt erstaunt: Nach nur einer halben Stunde Tragen hat es sich schon so angefühlt, als würde in meinem Mund etwas passieren. Das macht große Vorfreude auf die Veränderungen, die da kommen!

Nach ein paar anfänglichen Schwierigkeiten wie vermehrter Speichelbildung (TMI, ich weiß), ein paar Tagen Kopfschmerzen und dem Realisieren, wie oft man zwischendurch snackt oder etwas anderes als Wasser trinkt, habe ich mich mittlerweile gut an meine Invisaligns gewöhnt. Es ist natürlich etwas zeitintensiv, die Schienen ständig rauszunehmen bei jeder Mahlzeit, nach Frühstück und Mittagessen dann noch mal die Zähne zu putzen und die Schienen selbst auch immer rein zu halten. Die paar Minuten pro Tag investiere ich aber gerne, wenn ich dann gerade Zähne habe.

Schmerzen an den Zähnen selbst habe ich gar keine. Wenn man die Aligner rausnimmt, merkt man lediglich, dass Druck auf die Zähne ausgeübt wurde. Ich habe schon einige „Horrorberichte“ über schlimme Zahnschmerzen gelesen – bei mir war es eher Kopfweh, das mich ein paar Tage verfolgt hat.

Obwohl sich rein optisch natürlich keine superschnelle Verbesserung entwickeln kann, gab es die für meine Psyche: Schon jetzt fällt es mir viel leichter, offen und herzlich zu lachen. Ich schäme mich überhaupt nicht, dass ich eine Zahnschiene trage – sieht ja eh keiner! – und besitze jetzt zum ersten Mal Fotos von mir, auf denen ich aus vollem Herzen lache. Und das, obwohl ich erst am Anfang meiner Reise stehe!

Ich bin sehr gespannt, wie es die nächsten Wochen weitergeht. Nach Schiene 1 und 2 bekomme ich so genannte Attachments an die Zähne geklebt, mit denen sie sich noch schneller und besser bewegen sollen und die weiter zu meiner Reise zu schönen, geraden Zähnen beitragen. Ich werde euch hier ab sofort regelmäßig über meine Fortschritte berichten.

Bei Anna Frost findet ihr übrigens auch einen tollen Bericht über ihre ersten Wochen mit SMILIKE – sie macht gerade die gleiche Behandlung wie ich und auch ihre „Leidensgeschichte“ ist meiner sehr ähnlich.

Habt ihr Fragen zu meiner Invisalign Behandlung?
Was würde euch daran generell besonders interessieren?

xoxo
Eva

In Kooperation mit SMILIKE
Fotos: Frau Herz

 

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Personal

Darf ich vorstellen: Oscar, mein neuer Mitbewohner

von am 31/07/2017

Wer mir auf Instagram folgt, kam eigentlich gar nicht an dieser News vorbei: Seit ein paar Wochen habe ich einen kleinen, getigerten Mitbewohner.

Sein Name ist Oscar, er ist stolze 12 Jahre alt (ein wahrer Katzen-Opi also) und wohnt jetzt bei mir, da seine Vorbesitzerin ihn leider abgeben musste. Say hi!

Seit knapp drei Wochen lebt Oscar nun bei mir. Ich muss zugeben, dass mir unser gemeinsamer Start auch nicht immer leicht fällt. Mittlerweile weiß ich, dass mein früherer Kater scheinbar die untypischste, pflegeleichteste Katze war und ich mich da etwas umgewöhnen muss.

Oscar ist launisch, lässt sich nur Streicheln wenn er es möchte und gibt einem deutlich zu verstehen, wenn man ihn lieber in Ruhe lassen sollte. Außerdem hat er ein Faible für Pflanzen und knabbert sie unglaublich gerne an, sein Katzenstreu und seine Haare (!!) machen die Wohnung nicht gerade sauberer und in manchen Momenten würde er mich wohl gerne mit seinen Blicken töten.

Während ich die ersten Tage etwas verzweifelt war und schon fast Angst vor meinem kleinen Tiger hatte, weiß ich mittlerweile immer besser, wie ich mit ihm umgehen muss – und er weiß so langsam, dass er mir vertrauen kann und ich ihm nicht Böses möchte. Der ganze Umzug, ein neues Umfeld und eine neue Dosenöffnerin ist schließlich auch für ihn anstrengend und ungewohnt.

Seinen Lieblingsplatz, eine kleine Ecke direkt am Fenster, hat er jedenfalls schon gefunden, und nachts ist es sein größtes Hobby, möglichst nah an meinem Gesicht zu liegen und mit mir zu schmusen. Wenn ich mich von einer auf die andere Seite drehe, hüpft er mehr oder weniger galant direkt über mein Gesicht und positioniert sich dementsprechend.

Ich würde behaupten, dass wir uns mittlerweile gut aneinander gewöhnt haben, auch wenn von beiden Seiten manchmal immer noch viel Geduld und Nachsicht gefordert ist. Meine Pflanzen stehen jetzt jedenfalls alle auf Regalen und Schränken, die er aber natürlich trotzdem immer wieder irgendwie erreicht, und mein Staubsauger ist quasi im Dauereinsatz.

Es war viele Jahre mein großer Wunsch, eine eigene Katze zu besitzen – mit Oscar habe ich da einen wunderhübschen und eigenwilligen Mitbewohner gefunden.
In meinen Instagram Stories wird es jetzt jedenfalls sehr viel Cat Content geben und es freut mich sehr, dass das bei euch scheinbar auch so gut ankommt. Auf keine anderen Beiträge bekomme ich jedenfalls so viel Feedback wie zu Oscar – ich habe schon so viele Nachrichten zu ihm erhalten und viele von euch fiebern seit unserem Kennenlernen richtig mit, das finde ich so toll.

Oscar & ich schicken viele Grüße!

xoxo
Eva

 

 

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Personal

Mein Leben mit Endometriose

von am 28/07/2017

Ich weiß es noch, als wäre es gestern gewesen. Ich war mit meinem damaligen Freund auf einem Flohmarkt, wir sind durch die Gassen geschlendert und haben uns die Stände angeschaut. Plötzlich traf mich ein Schmerz mitten in mein Unterleib, der mich zu Boden sacken ließ, einen Aufschrei konnte ich mir nur knapp verkneifen. Der Schmerz wiederholte sich mehrmals schubweise, abends konnte ich nur unter Tränen einschlafen.

Bei dieser einen Attacke sollte es auch nicht bleiben. Von diesem Tag an kam der Schmerz fast täglich, er nahm mein Leben komplett ein. Ich wusste nie, wann es wieder so weit sein würde, aber war mir immer sicher, dass es jeden Moment passieren könnte.

Ihr denkt euch jetzt vielleicht: komm schon, jede Frau kennt die Schmerzen, die einmal im Monat kommen und mit denen man sich am liebsten mit Wärmflasche, Tee und Schokolade aufs Sofa verkriechen möchte. Doch das war so viel schlimmer und unabhängig von meiner Periode. Ein stechender Schmerz, der mein Unterleib von vorne bis hinten durchstieß, in kurz aufeinanderfolgenden Abständen kam und ging und mir die Luft zum Atmen nahm.

Obwohl ich es besser wusste, musste ich diese Symptome natürlich sofort googlen. In der Ergebnisliste habe ich neben den Google-üblichen Diagnosen wie Schwangerschaft und Krebs eine gefunden, die nicht ganz so aus der Luft gegriffen klang und meine Symptome ziemlich gut beschrieb: Endometriose.

Aber was ist Endometriose überhaupt?

Endometriose bedeutet, dass sich meine Gebärmutterschleimhaut nicht nur dort bildet, wo sie es soll, sondern auch außerhalb der Gebärmutter, undzwar im kompletten Unterleib. Im Laufe eines Monatszyklus wächst dieses Gewebe und schwillt an, was ja schon bei einer normalen Periode schmerzhaft sein kann, durch die Endometriose aber verstärkt wird. Auch das Gewebe außerhalb der Gebärmutter schwillt nämlich an und verklebt die Organe im Unterleib, was zu starken Krämpfen und stechenden Schmerzen führt – auch außerhalb der Periode.

Mit diesem Verdacht bin ich ein paar Tage später zum Frauenarzt. Ihre erste Vermutung war ebenfalls Endometriose – und darüber bin ich unglaublich dankbar. Ich könnte mir gut vorstellen, dass viele Ärzte diese Schmerzen für normale Periodenbegleiter halten, vor allem, da man sie nur schwer durch Untersuchung und Ultraschall erkennt. Nur ganz schwache Unebenheiten in der Gebärmutter, die sich laut meiner Ärztin wie Reiskörner oder Stecknadeln anfühlen, sind ein erstes Anzeichen. Die einzige Möglichkeit, für mich sicher zu wissen, ob ich an Endometriose leide, war eine Operation, der ich mich ein paar Monate später auch unterzogen habe.

Angst hatte ich vor dieser OP eigentlich gar nicht – ich wollte einfach nur Gewissheit. Die Schmerzen, die ich durch die Endometriose hatte, wurden von Mal zu Mal stärker und haben mich mehrere Monate begleitet. Auch zuvor hatte ich schon mal mehr, mal weniger starke Probleme mit meinem Unterleib, aber diese Art von stechendem Schmerz hatte ich nicht gekannt.

Seit der Operation geht es mir unglaublich gut. Ich habe keinerlei Symptome mehr – und das seit mittlerweile knapp zwei Jahren. Ich nehme seit der OP eine bestimmte Pille, die den Aufbau von Schleimhaut blockiert und so auch die Wucherungen verhindert. Das eigentlich fatale an Endometriose ist nämlich, dass sie nie ganz verschwindet und die Erkrankung unbehandelt immer wieder kommt. Viele Frauen haben über ihr Leben hinweg mehrere Operationen, wirklich chronische Schmerzen und müssen auch unter anderen Nebenwirkungen wie Unfruchtbarkeit, Erschöpfung und Krämpfen leiden.

Wieso ich euch das Ganze erzähle?

Weil ich von meinen Ärzten, Freunden und Verwandten unglaublich gut mit dieser Diagnose aufgenommen wurde und ich glaube, dass es nicht jedem so geht. Viele verspüren extreme Schmerzen während und außerhalb ihrer Periode und glauben, sie müssten da eben einfach durch, das wäre ganz normal. Natürlich hat auch nicht jeder mit starken Schmerzen während seiner Regel automatisch Endometriose. Aber wenn ihr euch ein bisschen in diesem Post wieder erkennt, lohnt es sich vielleicht, zu eurem Frauenarzt zu gehen und das Thema anzusprechen.
Statistisch gesehen dauert es vom ersten Auftreten der Schmerzen bis zur Diagnose aktuell sechs Jahre, manchmal bis zu zehn. Niemand sollte so lange unter diesen Schmerzen leiden müssen oder den vielfältigen anderen Symptomen, die Endometriose mit sich bringt. Ich bin so dankbar dafür, dass meine Ärztin ihre Diagnose so schnell gestellt hat und ich seitdem quasi schmerzfrei lebe.

Ich bin außerdem wirklich froh, dass das Thema Endometriose endlich auch öffentlich Aufmerksamkeit bekommt. Viele prominente Frauen erzählen ihre Leidensgeschichte, so gelangt das Thema in die Medien und erreicht hoffentlich auch die, die davon betroffen sind und denen geholfen werden muss. Neben all den „Oh my god, wie hat Promi XY nur 20kg in 3 Wochen abgenommen?!“-Artikeln ist das doch wenigstens einer, der sinnvoll ist.

Solltet ihr Fragen haben, meldet euch gerne bei mir – wenn es euch lieber ist, auch per Mail unter eva@hearttobreathe.com.

xoxo
Eva

Alle Fotos: Frau Herz

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